Gleitschirmclub Lenticularis
Blogs
http://www.gsc-lenticularis.de/blogs.html

© 2020 Gleitschirmclub Lenticularis
 

Berichte aus dem Vereinsleben

Hier können Mitglieder über unsere Veranstaltungen berichten.

Mai 2019: Clubausflug ins Elsass
Juli 2019: Grillfest zur Saisoneröffnung am Hintereck
September 2019: Herbstflugwoche im Piemont

Virtueller Fliegerstammtisch April 2020

von Peter Hühne

Der April-Stammtisch konnte in der gegenwärtigen Gesundheitskrise nicht stattfinden. Albert hatte dann die Idee, einen virtuellen Stammtisch durchzuführen. MatthiasF, er und ich trafen uns dann mit dem Dienst Zoom, der für viele Teilnehmer mit einer Zeitbegrenzung auf 40 Minuten kostenlos verfügbar ist. Da das recht einfach und schnell funktionierte, haben wir uns entschlossen, das für den Fliegerstammtisch zu nutzen.


Wir haben dann eine Liste der bisherigen Stammtischteilnehmer erstellt und die dann angeschrieben und Hilfe für dieses System angeboten. Die wurde zwar kaum in Anspruch genommen, weil einige es kannten und es wirklich einfach ist. Trotzdem haben wir kurz vor unserem Termin einen Test gemacht, der mit ein paar Teilnehmern schnell erfolgreich war. Dabei bot Steffen, wie vorher auch schon Jakob, an, einen zeitlich unbegrenzten und für uns kostenlosen Account nutzen zu können. So konnte unser Stammtisch dann in voller Länge stattfinden.


Um 20 Uhr sollte es dann losgehen. Nach und nach hatten wir dann eine Runde mit neun Vereinsmitglieder und zwei Gäste zusammen. Nach der Begrüßung und Vorstellung der Gäste sammelten wir dann die Themen, über die wir sprechen wollten. Einige hatten auch etwas vorbereitet.


Zuerst ging es um das gegenwärtige Flugverbot. Peter schilderte unser Vorgehen als Verein für das Fluggebiet Tafelbühl. Nach der Idee, nur das gemeinsame Fahren, nicht aber das Nutzen der Startplätze zu verbieten, kam dann aber komplette Verbot durch den DHV. Trotzdem wurden am
1. und 2. April Gleitschirme über Furtwangen gesichtet. Bei einem Flug konnte als Startplatz der Tafelbühl nachgewiesen werden. Wir fanden das unsolidarisch und unverantwortlich, weil im Falle eines Unfalls das Gesundheitssystem unnötig zusätzlich belastet wird und kein Versicherungsschutz besteht.

  Bild: Valentin    aus glidetracker.com


Die Frage, ob am Hintereck Groundhandling stattfinden kann, wurde diskutiert und schließlich durch die Stellungnahme des DHV dazu beantwortet. Wer bei das geeigneten Bedingungen tun will, darf es auch machen.


Bei diesen Themen zeigte sich ein Vorteil eines virtuellen Meetings: Da jeder Teilnehmer mit dem Internet verbunden ist, kann er bei der Diskussion nützliche Quellen aus dem Internet heranziehen.


Albert ging es auch um Vario-Einstellungen. Er hatte von Thomas Latzel Einstellungsvorschläge bekommen. Dabei ging es um den Einsatz von Steig- und Sinkton, Empfindlichkeit, Integrationszeit und Luftraumabstände. Wir haben die dann mit unseren Einstellungen verglichen und die Unterschiede diskutiert. Peter hat dann noch auf den Bereich nahe dem Null-Steigen hingewiesen. Diese Snifferfunktion kann leichtes Luftmassensteigen anzeigen, wenn noch kein Steigen des Piloten signalisiert wird.

 Skytraxx  

Herbert fragte nach einer Information zu den Temps in Meteo-Parapente über die er sich mit Conny unterhalten hatte. Die Runde war sich einig, dass man diese Darstellung in Regel nicht extra nutzen muss, aber sie gibt schon weitere Informationen z. B. über Inversionen und Gewittergefahr.

 aus meteoparapente.com


Peter sprach Lufträume an. Nach drei Jahren meldet der DHV-XC eine Luftraumverletzung am Cavalaria in Italien. Dieser militärische Luftraum ist nicht in der ICAO-Karte enthalten, wird aber vom örtlichen Verein ignoriert. Mit Hans ist mal untersucht worden, was das Vario eigentlich bei Annäherung an einen Luftraum anzeigt. Am Beispiel der RMZ Donaueschingen wurde eine Darstellung entwickelt, die in der aktuellen Version besprochen wurde.

 Peters Luftrauminfo

Jakob zeigte, wie man mehrere Flüge im DHV-XC vergleichen kann. Dabei ist die angebotene Auswahl von Flügen nicht immer ausreichend. Man kann aber aus einem gewünschten Flug die ID aus der Adresszeile kopieren und nach einem Komma in die Adresszeile des Vergleichs einfügen.

 Jakobs Vergleich mehrerer Flüge


MatthiasF zeigte, wie man mit dem Programm Ayvri Flüge im Zeitraffer dreidimensional über der Landschaft nachfliegen lassen kann. Dabei ist es auch möglich, aus Pilotenposition in beliebige Richtungen auf die Landschaft schauen.

 MatthiasFs Flug auf Ayvri


Nach 2 Stunden beendeten wir die Veanstaltung. Alle Teilnehmer fanden es eine gelungene Veranstaltung und wünschten sich bald wieder gesund pesönlich treffen und Fliegen gehen zu können.

Clubausflug 2019 ins Elsass

von Peter Hühne

Schon zwei mal haben wir den Clubausflug ins Elsass geplant und nicht durchführen können. Die Flugwetterprognose war jedes Mal einfach zu schlecht.

Der diesjährige dritte Versuch am 25./25. Mai erlitt das gleiche Schicksal. Aber diesmal hatten wir mit dem Ausweichtermin am 1./2. Juni das erhoffte Wetterglück. Für den Samstag war leichter Ostwind und für den Sonntag mäßiger Südwestwind vorhergesagt. Die Thermik sollte gut sein.

Zehn Piloten des Clubs hatten sich angemeldet. Mit vier Autos machten sich acht Piloten am Samstag morgen auf den Weg. Als Treffpunkt war 10 Uhr am Eingang des Campingplatzes in Urbes ausgemacht. Conny war mit seinem Wohnmobil schon einige Tage vorher dort. Uli konnte am Samtag noch nicht mitkommen. Willi hatte sich noch kurz vorher entschlossen, selbst auch noch dort hin zu fahren.

Einige hätten lieber in einem Zimmer übernachtet, die waren aber für den Ausweichtermin nicht mehr zu bekommen. Rainer hat sich notgedrungen kurz entschlossen, auch ein kleines Zelt zu besorgen. Wie Conny schon befürchtete, war der Campingplatz voll belegt. Wir bekamen aber die Möglichkeit, auf einem Wiesenspielplatz dort unsere Zelte aufzustellen.

Nach schnellem Zeltaufbau wurde alles Gepäck in zwei der Autos verstaut und mit den zwei anderen Wagen fuhren wir zum Startplatz am Petit Drumont. Willi war noch nicht dabei. Er würde später eintreffen. Der Startplatz war schon gut belegt. Wir betrachteten erst mal die Gegend und die schon gestarteten Flieger.

Schließlich haben wir uns vorbereitet und haben uns zum Start eingereiht. Das ging bei der Menge Flieger am Startplatz doch ziemlich schnell. Es war auch nicht besonders schwierig, die Bärte vor dem Startplatz für eine schöne Höhe zu nutzen. Dann suchte sich jeder seine Route.


Hier sieht man, dass der Startplatz noch immer gut belegt war.


Der Startplatz am Petit Drumont ist wirklich schön.


Von links sieht man den Wildensteiner See, Kruth, Oderen und Fellering.


Der See war für Einige von uns trotz wenig Landemöglichkeiten ein lohnendes Ziel.


Hier sieht man Fellering, das Thanntal, Urbes und rechts unten den Campingplatz.


Links sieht man Urbes, den Campinplatz und rechts die Straße nach Bussang.


Im Anflug auf Urbes.


Der Landeplatz ist nahe dem Campingplatz.


Im Landeanflug.


Das markante Viadukt sollte einmal Teil einer Eisenbahnstrecke werden.

Die im XC eingereichten Flüge findet man hier: ThomasS, Jens, MatthiasF, Peter und nochmal Jens. Der ist nach einer Toplandung noch einmal dort gestartet.

Am Abend haben wir erfahren, dass Willi doch nicht mehr im Elsass fliegen wollte. Nachdem dann Alle wieder da waren und sich gestärkt hatten, wurde der Abend beim Bier zwischen den Zelten beschlossen.

Am nächsten Morgen eröffnete uns ThomasS, dass er zum Fliegen an den Blauen wollte, zu dem er dann auch aufbrach. Uli teilte mit, dass er nun doch nicht kommen könne. Wie man an ThomasSs Flug sah, war an diesem Tag auch im Schwarzwald gutes Flugwetter. Er konnte sogar bis zu sich nach Hause fliegen.

Beim Abbauen der Zelte gab es noch ein Problem: Walters superleicht hinzustellende Wurfzelt hatte ein aufwändiges Nachspiel. Vier Personen haben eine halbe Stunde gebraucht, dieses wieder eingepackt zu bekommen.


Schließlich gelang es dann doch.

Wir Acht machten uns nach dem Frühstück auf den Weg zum Treh. Auch dort waren beide Startplätze (West und Süd) gut belegt.


Von links: Rainer, Peter Martin, MatthiasF, Jens, Walter, ThomasSch und Conny

Auch hier beobachteten wir bei guter Laune die Starts anderer Piloten auf beiden Startplätzen und entschieden uns, auf dem Süd-Platz zu starten.

 Foto: MatthiasF

Zuerst musste man natürlich im Pulk die Abflughöhe erreichen. Dann war u.a. der Grand Ballon ein Ziel, das auch von Einigen mit Rückflug von Walter, MatthiasF und Jens erreicht wurde. Einige haben auch hier am Treh oder dessen Nähe Toplandungen gemacht, so dass die Autos wieder heruntergefahren werden konnten.

Der Landeplatz war beim ehemaligen Airotec, heute Onair Paragliding Center. Dort gibt es ein großes Restaurant, wo sich schließlich Alle trafen. Von dort aus ging es zur Heimfahrt mit einem Abschluss im Restaurant Pfeffermühle in Waldkirch. 
 

Grillfest zur Saisoneröffnung Hintereck 2019

von Peter Hühne

Wie alle Jahre, wollten wir den Beginn der Saison am Hintereck wieder mit einem Grillffest feiern. Die Wetterprognose war bei der gewittrigen Lage eher schlecht. Trotzdem entschieden wir uns, es durchzuführen. Obwohl wir das immer am ersten Sonntag im Juli machen, schien Samstag der besser geeignete Tag zu sein.

Also kamen wir am Samstag mit Zelt, Grillausrüstung und Getränken um 14 Uhr am Windrad oberhalb des Startplatzes zusammen und bauten das Zelt auf. Das war aber nur ein kurzer Erfolg: Eine heftige Windböe verwandelte es blitzschnell in ein Bündel aus Zeltgestänge und Stoff. Kurzerhand entschieden wir uns für eine Freiluftveranstaltung. Das Wetter sah ja nicht schlecht aus.


Der Grillfesthock

Der Wind war stark und böig, so dass sich die Flügel des Windrads geräuschvoll bogen. Wir hatten dann die Gelegenheit, einmal unten in die Windkraftanlage hinein zu gehen. Da konnten wir in erhöhter Temperatur und stärkerem Geräusch die Betriebs- und Leistungsanzeigen der Anlage ansehen.

Nachdem sich Alle mit Staek und Getränken gestärkt hatten und der Wind nicht mehr zu stark war, versuchten sich Einige von uns am Groundhandling.


Jens und Artur beim Groundhandling

Dabei ging es weiter mit Essen, Trinken und Unterhaltung. Das Wetter wechselte derweil immer zwischen sonnig und bedecktem Himmel. Das angekündigte Gewitter kam erfreulicher Weise nicht.

Erst recht spät wurde der wind schwächer und weniger böig. Rudi war der Erste, der den Start wagte und konnte trotz der Abschattungen eine gute Thermik vorfinden. Das taten ihm dann Albert und Artur mit gleichen Erfolg nach.

Schließlich gelang ihnen dann noch die Toplandung. Die noch später Gestarteten mussten allerdings ins Tal fliegen und wurden von Herbert unten abgeholt. Dass man an diesem Tag noch fliegen kann, hätten wir nicht erwartet.

Bei den moderaten Temperaturen an diesem Tag, wurde das mitgebrachte Eis eigentlich nicht benötigt, zumal Thomas einen Kühlschrank organisierte.


Schnee im Juli am Hintereck

Nach dem Einräumen des Grillmaterials hockten dann noch Einige länger zusammen und ließen den Tag dort beim Bier ausklingen.

Herbstflugwoche 2019 im Piemont

von Matthias Weißer

Wie jedes Jahr wollten wieder einige von uns im Herbst in die südlichen Alpen um vor dem kommenden Winter nochmal in die Luft zu kommen. Am Donnerstag, den 12. September, vor der geplanten Abfahrt, trafen wir uns in Furtwangen, um zu besprechen, wo es hin gehen sollte. Nach einigen Diskussionen stand entweder Südtirol oder Piemont zur Entscheidung. Das wohl bessere Wetter (Nordföhn war ab Montag angekündigt) und die guten Erfahrungen von vor zwei Jahren haben uns dann Ivrea im Piemont wählen lassen. Am Samstag, den 14. September sollte es für die erste Gruppe losgehen. Die zweite wollte am Sonntag nachkommen.

In Ivrea war wegen eines Musikfestivals am Samstag keine Zimmer zu bekommen. Wir entschieden uns deshalb, für einen Zwischenstopp in Fiesch. Also um fünf Uhr in Furtwangen los und ab in die Schweiz. Dort angekommen, ging es dann nach etwas Wartezeit gleich mit der kleinen Seilbahn auf die Fiescheralp. Die große wurde gerade abgebaut und wird ab Ende 2019 durch eine neue Gondelbahn ersetzt. Oben angekommen trafen wir einige weitere Flieger aus dem Schwarzwald. Vorhersagen waren wohl gut. Nach etwas Warten und beobachten der anderen Flieger machten wir uns dann auch startbereit. Die Thermik war zwar auf Startplatzhöhe ziemlich zäh, aber Einige schafften es dann doch zu überhöhen und genossen den grandiosen Ausblick auf den großen Aletschgletscher.

    

Nachdem wir uns alle am Landeplatz wieder getroffen hatten, suchten wir uns noch eine Unterkunft und ließen den Abend bei leckerem Schweizer Rösti ausklingen. Am nächsten Tag wollten wir dann nochmal auf der Fiescheralp fliegen gehen, bevor wir uns dann auf den Weg nach Ivrea machen würden. Die Bedingungen waren wieder ähnlich wie am Tag zuvor.

Jens und Thomas machten erst mal eine kleine Wanderung Richtung Aletsch.

Jens hatte danach einen schönen Streckenflug Richtung Grimselpass. Hier der Flug.

Am Abend ging es dann weiter Richtung Ivrea, wo wir die zweite Gruppe, die am Sonntag schon in Ivrea geflogen war, in der Pizzeria Dolce Vita in der Nähe unsers Hotels Campo Base trafen.

Am nächsten Morgen sollte es dann gemeinsam zum Landeplatz gehen. Nach einem guten Frühstück dort angekommen, konnten wir uns von der Gastfreundschaft des lokalen Clubs überzeugen. Direkt am riesigen Landeplatz gibt es eine Hütte mit Landebier und Pizza. Wir hatten einen Shuttlebus zum Startplatz bestellt. Pünktlich um 11 Uhr machten wir uns auf den Weg. Nach ca. 40 Minuten standen wir dann auf dem oberen Startplatz, der mit ca. 1200 m Höhenunterschied zum Landeplatz und eine tolle Aussicht über die Poebene bietet.

    

Leider waren die Bedingungen nicht so ideal wie vor zwei Jahren. Durch die Warmluft gab es nur hangnahe und schwache Thermik bis auf Startplatzhöhe. Wenn sich Wolken bildeten war die Basis meist auch auf Startplatzhöhe, so das man dort dann doch auch mal im Nebel stand. Es gab aber doch hin und wieder mal eine startbare Lücke.

    

Für Donnerstag war schlechtes Wetter vorhergesagt. Wir wollten also am Mittwoch noch einen zweiten Flug machen. Da es komplett bedeckt war, wollten wir gemeinsam eine Talquerung versuchen, dort umdrehen und schauen wie weit wir zurückkommen. Leider schafften es nur drei von uns zu starten, bevor die Basis den Startplatz erreicht hatte und damit weitere Starts verhinderte. Beim Queren des Tals der drei Gestarteten konnten wir feststellen, dass es keine so gewaltigen Unterschiede in der Leistung der drei Schirme gibt. Das meiste macht eben doch der Pilot :-)

Am Donnerstag gab es dann ein Alternativprogramm bei der Besichtigung einer Festung mit tollem Blick ins wolkenverhangene Aostatal.

    

Die Rückfahrt war dann für Freitag geplant, denn die weiteren Vorhersagen für Ivrea waren bescheiden. Im Berner Oberland schien es an dem Tag die besten Bedingungen zu geben. Da das fast auf der Rückreiseroute liegt, entschieden wir uns für einen Flug in Gstaad. Leider zeigt sich, dass unser geballtes Wetterwissen komplett falsch lag, und so gab es in Gstaad von der Höhi Wispile nur ein paar Abgleiter vor traumhafter Schweizer Bergkulisse.

    

   .

Zum Abschlussessen trafen wir uns dann wieder alle in der Brauereigaststätte der Waldhausbrauerei.


 


 





Alles in allem eine gelungene Herbstflugwoche. Besonders der sehr gastfreundliche Club in Ivrea mit Shuttleservice und der Hütte am Landeplatz und der Ausblick auf den Aletsch werden mir in besonderer Erinnerung bleiben.